Kruzifixe im Bezirk Ludza

Kruzifixe sind ein untrennbarer Bestandteil der Kulturlandschaft Latgales und zugleich eine besondere Form volkstümlicher Kunst. In Latgale begann man bereits im 18. Jahrhundert, Kruzifixe aufzustellen. Besonders stark entwickelte sich diese Tradition in den 1920er- und 1930er-Jahren.

Die ältesten Kreuze, die im Gedächtnis der Menschen erhalten geblieben sind, waren schlicht, grob behauen und vergleichsweise niedrig. Ihre einfache Gestaltung war durch die damaligen Möglichkeiten und vermutlich auch durch begrenzte handwerkliche Fertigkeiten bedingt. Im Laufe der Zeit veränderte sich ihr Erscheinungsbild. In den 1920er-Jahren entstanden zunehmend Kreuze mit kleinen Schutzdächern. Da sie zu unterschiedlichen Zeiten errichtet wurden, unterschieden sie sich sowohl in ihrer Höhe als auch in ihrer Form. Manche erreichten eine Höhe von bis zu vier Metern und besaßen reich verzierte Dachkonstruktionen.

In den 1930er- und 1940er-Jahren verbreiteten sich massive, aus Zement gegossene Kreuze, deren Gestaltung sich häufig ähnelte. Ebenfalls weit verbreitet waren gusseiserne Kreuze auf Betonsockeln. In den 1980er- und 1990er-Jahren wurden zahlreiche Kreuze restauriert, wobei wieder verstärkt Holz zum Einsatz kam.

Das Kreuz am Wegesrand und die damit verbundenen Bräuche gehören zu den ältesten und schönsten Traditionen Latgales. An den Kreuzen der Dörfer versammelten sich die Einwohner an den Abenden im Mai zu gemeinsamen Andachten. Dort wurden geistliche Lieder gesungen und Gebete gesprochen.

Um diese Tradition zu bewahren, hat die J.-Soikāns-Kunstschule Ludza die im Bezirk Ludza vorhandenen Kruzifixe dokumentiert und zusammengetragen.

Die Liste der Kruzifixe und ihrer Standorte finden Sie hier!

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